Folge 16 – Wikinger in Videospielen

am

 

Stirt var honum norrœnt mál, ok kylfdi mjǫk til orðanna, ok hǫfðu margir menn þat mjǫk at spotti.
Wie, ihr versteht nicht was da oben steht? Das liebe Hörer ist Altnordisch – die Sprache, welche seinerzeit den Wikinger über die Lippen kam. Die beiden Bartträger sind zwar weder so wild, noch so kämpferisch wie die Seefahrer, finden deren Kultur jedoch nichts desto weniger interessant. Um diesem Interesse nachzugehen haben sie sich Spiele gesucht, die irgendwie mit Wikingern zu tun haben. Ob sie dabei jedoch zu einem zufriedenstellenden Ergebnis kamen hört ihr im Podcast.

Achja, damit ihr nicht gänzlich unvorbereitet in den Hörgenuss eintaucht – da oben steht: „Die nordische Sprache war schwer für ihn, und er suchte sehr nach Worten und viele Leute nahmen das zum Spott.“

Wenn ihr mehr von den beiden Bartträgern hören wollt, dann folgt ihnen auf Twitter unter @culturevania oder auf Facebook. Lasst auch gerne eine Bewertung bei iTunes da!

Musikquellen:

Heavy Heart Kevin MacLeod (incompetech.com)
Licensed under Creative Commons: By Attribution 3.0 License
http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/

Folk Round Kevin MacLeod (incompetech.com)
Licensed under Creative Commons: By Attribution 3.0 License
http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/

 

Bildquelle Text: flickr.com/K_putt

Advertisements

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. lepetitcapo – Let's Play History sagt:

    Lieber Julian, lieber Yannic,

    ich habe den aktuellen Podcast mit Spannung erwartet. Unter anderem, weil ich gerade ein Let’s Play vikingr-Projekt mit Crusader Kings II am Laufen habe, in dem ich historische Hintergründe erläutere und die Geschichtsdarstellung im Spiel problematisiere. Da passt eure Folge also sehr gut – ich werde sie in der Folge für kommenden Dienstag mal erwähnen und verlinken.

    Allerdings sehe ich ein paar Probleme in eurer Diskussion, die ich gerne kurz anreißen möchte –
    bitte als konstruktive Kritik verstehen. 😉

    Beginnen wir mit dem Wikinger-Mythos, der ja bis heute ungebrochen die Populärdarstellungen der so genannten Wikingerzeit dominiert. Ihr sprecht da kurz die Filme der 60er Jahre an, doch die Mystifizierung der frühmittelalterlichen Skandinavier*innen wird bereits im 19. Jahrhundert so richtig angeschoben (u.a. durch die Werke Richard Wagners populär gemacht), indem eine romantisierende und glorifizierende Anknüpfung an die Sagas stattfindet. Diese Sagas sind aber wiederum im 12. und 13. Jahrhundert vor allem auf Island entstanden und durch christliche Gelehrte verfasst worden, die ein Bild „ihrer“ nordischen Vergangenheit entwerfen wollten – da die Gelehrtenschriften des Mittelalters stets belehrenden Charakter haben, kann man (einmal abgesehen von der zeitlichen Differenz zu den beschriebenen Ereignissen und Glaubensvorstellungen) davon ausgehen, dass viele rhetorische Bilder in diesen Texten konstruiert sind und gezielt zur christlichen Glaubenslehre in Kontrast gesetzt wurden. Das lässt sich besonders eindrücklich am Thema Frauen* bzw. Gender zeigen (Stichwort: Schildmaiden) – tatsächlich wissen wir (wie in beinahe allen Bereichen) relativ wenig über die Geschlechterrollen im frühmittelalterlichen Skandinavien. Es gibt Indizien für eine gewisse Flexibilität der Geschlechterrollen und die gesellschaftliche Stellung der Frauen*, aber für Schildmaiden gibt es keine eindeutigen historischen oder archäologischen Hinweise. Um so spannender ist die stete (vermutlich auch der romantisierenden Adaption der Sagas geschuldete) Reproduktion dieses Topos – und die Diskussionen, die zu diesem Thema immer wieder entbrennen, wie jüngst zu den neuen Befunden bezüglich des Krieger(innen)grabes von Birka.
    Dasselbe trifft auf die Religion zu, über die wir wiederum das meiste nur aus den Sagas erfahren. Spannend ist das Beispiel Valhalla, das ihr anführt, um das nordische Kriegertum zu veranschaulichen. Es deutet einiges darauf hin, dass die Vorstellung des paradiesischen Valhallas, in dem jeden Tag gesoffen und gekämpft wird, erst als Adaption des Christlichen Paradieses entworfen wurde, um die grausigeren Vorstellungen von Tod und Wiedergängertum, die bis dahin verbreitet waren, zu ersetzen. Mit ein Grund wohl, dass insbesondere Frauen* zu Hauptträger*innen der Christianisierung ab dem 11. Jhd. wurden (neben dem Umstand, dass sie damit ihre gesellschaftliche Stellung weiter festigen konnten).
    Überhaupt ist die Vorstellung des skandinavischen Frühmittelalters als durch und durch kriegerisch organisierte Gesellschaft irreführend, weil der Alltag primär durch Subsistenzwirtschaft und Handel geprägt war und erst nachgeordnet durch Krieg und Plünderung (die Zunahme von Seebeutertum und Plünderei ergibt sich sozusagen erst aus der Zunahme des Handels). Darum ist auch die heutige Vorstellung einer „einfachen Welt“ mit eindeutigen Feindbildern schlichtweg romantisierend, weil das skandinavische Frühmittelalter lokal organisiert war (das gilt auch für „Religion“), keine stabilen Königreiche existierten (die etablieren sich erst am Ende der Wikingerzeit im Hoch- und Spätmittelalter), es eben kein sozialdeterministisches Ständesystem (weil kein Feudalsystem) gab und viel über Gefolgschaft organisiert werden musste.

    Anstatt aber die ganze Zeit nur rum zu nörgeln und den Klugscheißer raushängen zu lassen, möchte damit eigentlich nur auf eines hinaus, nämlich auf das, wie ich finde, Grundproblem: die (vermeintliche) Authentizität. Ihr bemängelt ja wiederholt, dass es keine „realistische“ Darstellung von Wikingern in digitalen Spielen gebe, die dem entspreche „wie es wirklich war“. Diese Herangehensweise ist aus Historiker*innen-Sicht falsch, bzw. positivistisch und entspricht dem Historismus des 19. Jahrhunderts. Eine authentische oder realistische Geschichtsdarstellung kann es niemals geben.

    Allerdings teile ich euren Punkt, insofern auch ich es schade finde, dass es bisher keinen überzeugenden Versuch gibt, sich ernsthaft mit dem frühmittelalterlichen Skandinavien zu befassen. Das liegt aber wohl schlicht daran, dass der Wikingermythos so populär ist, dass sich ein Spiel schlecht verkaufen ließe, welches sich daran machte, ihn zu dekonstruieren. Auch in diesem Fall müssen wir wohl auf einen Indie-Titel hoffen, der sich diesem Wagnis stellt.

    Liebe Grüße
    Jan

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Jan!
      Erst einmal vielen, vielen Dank für diesen unglaublich langen und ausführlichen Kommentar! Und keine Sorge, wir nehmen das in keinem Falle negativ auf. Viel mehr bereichert dein Statement diese Folge ungemein.

      Du hast natürlich vollkommen recht, wenn du sagst, dass wir sehr wenig über die eigentlichen Wikinger wissen und tatsächlich kam mir aufgrund des Popkulturellen Fokus von Videospielen und Filmen gar nicht in den Sinn derm Ursprung des Hörnerhelms noch weiter in die Vergangenheit zu folgen. Vielen Dank für diese erhellende Aufklärung!

      Allgemein ist das Thema natürlich unglaublich komplex und in einem einstündigen Podcast kaum unterzubringen, vor allem da weder Julian noch ich einen historischen Hintergrund haben. Allerdings freut es mich, dass du die Grundeinstellung unseres Podcasts – das vermissen einer reflektierten Auseinandersetzung mit dem Thema unterschreibst.

      Liebe Grüße,

      Yannic

      PS: Mein Gott, was für ein Kommentar! Vielen Dank!

      Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s